Richtlinie 89/686/EWG Verwendung und Erfüllung der PSA-Richtlinien

Es gibt zwei unterschiedliche Klassen von Handschuhen. Die einen dienen zum Schutz gegen minimale und die anderen zum Schutz gegen hohe Risiken. Dazwischenliegende Gefahren bezeichnet man als mittlere Risiken.

Um die Erfüllung der PSA-Richtlinien zu erreichen, müssen die Risiken vom Anwender ermittelt werden und dann muß die entsprechende Schutzklasse ausgewählt werden. Wir unterstützt Sie gerne, mit unserer mehr als 25jährigen Erfahrung, bei dieser Auswahl.

Handschuhe für minimale Risiken sind z.B. Haushaltshandschuhe oder Lederhandschuhe, die bei Arbeiten getragen werden, die die Hände lediglich vor Schmutz bewahren sollen. Für diese Handschuhe genügt als Kennzeichnung CE.

Handschuhe für mittlere Risiken müssen benutzt werden, bei denen gute Stich- und Abriebfestigkeit verlangt wird. Für diese Handschuhe muß eine Prüfung und Zertifizierung erbracht werden, und die Handschuhe müssen mit dem entsprechenden Piktogramm gekennzeichnet sein.

Handschuhe für hohe Risiken, z.B. Chemikalien-Schutzhandschuhe müssen ebenfalls geprüft und zertifiziert sein und mit dem entsprechenden Piktogramm gekennzeichnet sein, sowie mit der Prüfnummer der Zertifizierungsstelle.

Mechanische Risiken
Kettensägen
Chemikalienschutz
Eingeschränkter Chemikalienschutz
Kälteschutz
Hitze und Feuer
Ionisierende Strahlung
Radioaktive Kontamination
Schutz vor Mikro-Organismen
Hitze und Feuer
Feuerwehr
Statische Elektrizität

ce2    Dieses Piktogramm steht dafür, dass das Produkt die generellen Anforderungen der Direktive erfüllt.

EN 420

Die europäische Norm DIN EN 420 definiert die allgemeinen Anforderungen an Schutzhandschuhe aller Kategorien und legt Prüfverfahren sowie die Kennzeichnung fest. In Verbindung mit der Grundnorm DIN EN 420 gelten eine Reihe von spezifischen Normen.

EN 388

Die Norm für Handschuhe zum Schutz vor mechanischen Verletzungen definiert Risiken wie Abrieb, Schnitt, Stiche oder Risse. Ein vierstelliger Zahlencode unterhalb des Piktogramms „Mechanische Gefahren“ zeigt auf einen Blick, was ein Handschuh (oder Armschützer) bezogen auf Abriebfestigkeit, Schnittfestigkeit, Weiterreißfestigkeit und Durchstichfestigkeit leistet.

Schnittschutzprüfung nach EN 388:2016
Aufgrund des Einsatzes moderner Hochleistungsmaterialien bei der Herstellung von Schutzhandschuhen ist eine Überarbeitung, Verschärfung und Differenzierung der Prüfkriterien beim Schnittschutz nach EN 388 (Schutzhandschuhe für mechanische Risiken) erfolgt. Für Schutzhandschuhe aus normalen Nichthochleistungsmaterialien wird weiterhin der Coup-Test (EN 388 – 6.2) eingesetzt und die Schnittprüfung nach ISO 13997 als freiwilliger Zusatz zur Auswahl stehen. Bestehen die Schutzhandschuhe dagegen aus Hochleistungsfasern, wird in der überarbeiteten Version die ISO 13997, auch als TDM-Test bekannt, zwingend zum Standardprüfverfahren.

Die Schnittfestigkeiten werden nicht in numerische Leistungsstufen von 1-4, sondern in Klassen von A – F eingeteilt. Damit sind problemlos vom Coup-Test nach EN 388 zu unterscheiden.

Level A B C D E F
ISO Cut Test (N) ≥ 2 ≥ 5 ≥ 10 ≥ 15 ≥ 22 ≥ 30

SEIZ wird seine Handschuhe zukünftig in eine der folgenden vier Kategorien einordnen:
A – Mehrzweckhandschuhe
B/C – Handschuhe für die häufigsten Anwendungen in der Industrie, die einen mittleren Schnittschutz erfordern (beispielsweise in der Metall- und Glasverarbeitung)
D – Handschuhe für Anwendungen, die erhöhten Schnittschutz erfordern
E/F – Handschuhe für spezifische Anwendungen mit sehr hohem und akutem Gefährdungspotenzial (wie etwa in der Fleischverarbeitung), die höchsten Schnittschutz erfordern.

Die nach EN 388-2016 getesteten Handschuhe werden mit dem gleichen Piktogramm wie bisher gekennzeichnet. Unter dem Wappen werden die Leistungsstufen von 1 – 4, bzw. 1 – 5 (für die Schnittfestigkeit) angegeben. Dabei bezieht sich die erste Ziffer (von links nach rechts) auf die Abriebfestigkeit, die Schnittfestigkeit, die Weiterreißkraft und die Durchstichkraft. Diese Angaben werden durch einen Buchstaben nach dem neuen Schnitttest ergänzt.

Kennzeichnungsbeispiele:
EN 388 [ 3 4 4 3 E ] – Beide Schnittprüfungen wurden angewendet
EN 388 [ 3 X 4 3 E ] – Schnittprüfung nach ISO 13997 wurde angewendet
EN 388 [ 3 4 4 3 X ] – Schnittprüfung nach EN 388 wurde angewendet

EN 407

Anforderungen an Handschuhe zum Schutz vor Hitze beziehungsweise auch
vor Flammen beschreibt die Norm DIN EN 407. Ab einer Temperatur von 100°C treten thermische Risiken auf. Das Piktogramm „Hitze und Flamme“ weist anhand eines Zahlencodes die Art und den Grad der Schutzwirkung aus:

Brennverhalten
Kontaktwärme
Konvektive Hitze
Strahlungswärme

Belastung durch kleine Spritzer geschmolzenen Metalls.
Belastung durch große Mengen flüssigen Metalls. Darüber hinaus müssen die Handschuhe hinsichtlich Abrieb- und Reißfestigkeit mindestens der Leistungsebene 1 entsprechen.

EN 659

Schutzhandschuhe für die Feuerwehr müssen, mit Ausnahme der Mindestlänge, den allgemeinen Anforderungen der EN 420 entsprechen.
Abriebfestigkeit 3 – 4
Schnittfestigkeit 2 – 5
Weiterreißfestigkeit 3 – 4
Stichfestigkeit 3 – 4
Brennverhalten 4
Konvektive Hitze HTI24 ≥ 13
Strahlungswärme RHTI24 > 18
Kontaktwärme mind. 10s bei 250°C
Tastgefühl 1 – 5
Nahtfestigkeit mind. 350N
Zeit zum Ausziehen < 3 Sekunden
Wasserdurchgangswiderstand 1 – 4

DIN EN 511

Handschuhe zum Schutz vor Kontakt- und Konvektionskälte bis -50°C sind in dieser Norm zusammengefasst. Das Piktogramm „Kälterisiko“ gibt mit einem Zahlencode die Schutzeigenschaften der Handschuhe bezüglich Konvektionskältefestigkeit, Kontaktkältefestigkeit und Wasserfestigkeit wieder. Zusätzlich müssen die Handschuhe eine Abrieb- und Reißfestigkeit entsprechend der Leistungsebene 1 aufweisen.

EN 374

Die Handschuhe werden neben den mechanischen Anforderungen auf Penetration und Permeation getestet. Als Werkstoffe werden Naturlatex, Neopren, Nitril, Flourelastomer oder auch PVC (Vinyl) verwendet. Begrenzten Schutz bieten auch Einweghandschuhe im Hygienebereich.

Penetration: Die Penetration wird durch einen Luft- und/oder Wasserlecktest nach DIN EN 374 Teil 3 ermittelt. Die Permeation ist ein Prozess, bei dem eine Chemikalie durch die dünne Schicht eines Handschuhs dringt, die keine sichtbaren Öffnungen aufweist. Die Zeit vom ersten Chemischen Kontakt bis zur Erfassung ist die Durchbruchzeit. Das zweite Maß für die Permeation ist die normierte Geschwindigkeit, mit der die Chemikalie durch die dünne Handschuhschicht dringt. Weitergehende Informationen sind der Beständigkeitstabelle zu entnehmen.

EN 12477

Schutzhandschuhe für Handschweißen, Schneiden und verwandte Metallbearbeitungen werden definiert in der Norm EN 12477. Die Handschuhe erfüllen die Grundnorm EN 420, sind jedoch deutlich länger, um Anwender vor Schweißperlen zu schützen. Die Norm unterscheidet Handschuhe nach Typ A und Typ B. Handschuhe vom Typ A erfüllen höhere Anforderungen und sind empfehlenswert für schwere Schweißverfahren; Handschuhe vom Typ B bieten mehr Bewegungsfreiheit und werden bevorzugt beim TIG-Schweißen eingesetzt. Schweißerhandschuhe müssen klar als Typ A oder B gekennzeichnet sein.

Menü